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Die 25. Auflage des Rechtschreib-Duden verkauft sich weniger gut als erwartet, wie B.I.-Vorstandssprecher Ulrich Granseyer in einem Interview mit dem Börsenblatt eingesteht. 30 Prozent unter Plan liegen die Verkaufszahlen der im Sommer 2009 erschienenen Neuauflage. Es fehle der „Rückenwind durch die Rechtschreibreformdiskussion“, begründet Granseyer das Verfehlen des Umsatzziels. Auf die Frage, worin der Mehrwert für den Kunden gegenüber der 24. Auflage liege, weist er auf das Paket mit dem „Duden Korrektor kompakt“ hin.
Das Erscheinen von Detlef Bluhms „Von Autoren, Büchern und Piraten“ war Anlass für eine Podiumsdiskussion im Literaturhaus Berlin. Über die Zukunft des Buches im Zeitalter der Digitalisierung diskutierten der Autor selbst, die Autorin Felicitas Hoppe, der Kulturwissenschaftler Thomas Macho (HU Berlin) und Marlies Hebler (textunes). Dabei waren sich die Diskutierenden einig: Die derzeitige Medienrevolution wird das gute, alte Papierbuch nicht gänzlich verschwinden lassen, sondern eröffnet Lesern und Autoren neue Möglichkeiten.
Welt online gibt einen Vortrag von Jeff Jarvis (amerikanischer Journalist und Autor des Buches „Was würde Google tun?“) wieder, den dieser von New York aus bei den Münchener Medientagen hielt. Jarvis plädiert für eine „Ökonomie der Links“ anstelle der für das Gutenberg-Zeitalter charakteristischen „Ökonomie der Inhalte“:

Probleme bereitet häufig die Zeichensetzung in tabellenartigen Aufzählungen. Setzt man am Ende der Zeilen Punkte, Kommata oder Semikolons? Zeilenweise abgesetzte Aufzählungen erfordern keine Satzzeichen. Das gilt für Aufzählungen wie diese:

– Batterietechnologien
– Elektrische Antriebe
– Softwaregestütztes Energiemanagement

Ebenso gilt es für Aufzählungen vollständiger Sätze:

Bekanntlich trennte Ost- und Westdeutschland nicht nur viele Jahre lang ein antifaschistischer Schutzwall, sondern auch eine sprachliche Mauer. Wie viel ist davon noch übrig bzw. wie gut verstehen sich Ost- und Westdeutsche 20 Jahre nach dem 9. November 1989? Viele DDR-Begriffe sind definitiv verschwunden, zum Beispiel die „raufutterverzehrende Großvieheinheit“ (Kuh), die „geflügelte Jahresendzeitfigur“ (Engel) oder das „Winkelement“ (Fähnchen). Wie gebräuchlich diese Ausdrücke im DDR-Alltag tatsächlich waren oder ob sie eher in den Bereich der Legenden gehören, vermag ich als Westdeutsche allerdings schwer zu beurteilen.
Das Upload-Magazin berichtet über ein interessantes Selfpublishing-Projekt, das den Konkurrenzkampf zwischen Verlagen und den neuen Medien noch härter machen könnte: HP MagCloud print-on-demand for Wikia users. Bei dem Projekt können Mitglieder der Community Wikia eigene Zeitschriften erstellen und drucken lassen.
Vom 31.10. bis 1.11. fand in Berlin das zweite CommunityCamp statt, bei dem sich Community-Manager aus ganz Deutschland zum Erfahrungsaustausch trafen. Ich war am zweiten Tag dabei und habe in drei Sessions Vorträge gehört.
Und noch ein schönes neues Tool vom Schreiblabor (über den Füllwörtertest hatten wir ja schon berichtet): ein Text-Analyse-Tool, das Texte auf ihre Lesbarkeit hin prüft. Die Bewertung der Lesbarkeit richtet sich nach dem Lesbarkeitsindex Flesch und einer Skala, die von „anspruchslos“ (Comic, Werbetext) bis zu „sehr schwierig“ (Doktorarbeiten) reicht. Dabei werden unter anderem Aspekte wie die Länge der Wörter und Sätze oder das Vorkommen von Füllwörtern und Phrasen berücksichtigt. Wir haben mal die Probe mit einigen Auszügen aus Kafka-Texten gemacht. Nach 0,8430 Sekunden wurde das Ergebnis angezeigt: Fleschindex = 63, was der Kategorie „einfach“ (Anleitungen, Rezepte) entspricht.
Oft wird mit Leerzeichen zu verschwenderisch umgegangen (Stichwort „Deppenleerzeichen“), nicht selten wird jedoch auch an ihnen gespart, wenn sie eigentlich angebracht sind. Ein häufiger typografischer Fehler ist das fehlende Leerzeichen bei Abkürzungen wie z. B. (oder e. V., u. a.). Genauer gesagt muss zwischen z. und B. ein schmales Leerzeichen stehen, das nicht durch einen Zeilenumbruch getrennt werden darf.
Seit wir twittern hat das schöne englische Wort „Follower“ Eingang in unseren Wortschatz gefunden. Als Substantiv bereitet der Begriff keine Probleme, wenn er im Deutschen verwendet wird: „XY ist mein neuer Follower“, „ich bin jetzt Follower von AZ“ – klingt aber ehrlich gesagt etwas umständlich. Wer sich einfacher ausdrücken will, verwendet daher das Verb „followen“. Das ist zwar weder im Duden noch im PONS-Online-Wörterbuch verzeichnet, dafür wird man im Szenesprachenwiki fündig. Demnach bedeutet „followen“:

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