Bücher

Frisch erschienen: „Carrom – Kreisel – Murmelbrücke“

 

Ab sofort ist Eva Haucks neues Buch in allen gut sortierten Buchhandlungen erhältlich. Hier ein kurzer Einblick in den Inhalt:

 

Mehr als 50 Bastelanleitungen aus aller Welt für Kinder zwischen 5 und 15 Jahren.

Klar verständliche Spielanleitungen mit genauen Angaben zu Anzahl und Alter der Spieler.

Reich bebilderte Einführungen in kulturelle Zusammenhänge und Hintergründe.

Wer hat Lust auf eine Partie Chaturanga (Würfelschach) oder auf ein Wettrennen mit einem selbst gebauten Drahtauto? Wer möchte seine Freunde mit dem afrikanischen Schnurtrick überraschen oder mit einem griechischen Zauberrad spielen? Wer interessiert sich für die Spiele der Wikinger, wer findet Indianerspiele spannender? «Carrom, Kreisel, Murmelbrücke» stellt in sechs Kapiteln Spiele und Spielsachen aus Afrika, Asien, Australien und Ozeanien, Europa, Mittel- und Südamerika sowie Nordamerika vor.

Das Buch versammelt Brett- und Geduldsspiele, Bewegungs- und Glücksspiele, Spiele für drinnen und draußen, für einen und mehrere Spieler. Die Kinder lernen die Spielregeln kennen und erfahren, wie sie die Spielbretter, Spielsteine und Spielgeräte selbst herstellen können. Bei der Entstehung dieses Buchs haben viele Kinder mitgearbeitet und darauf geachtet, dass alle Projekte machbar sind.

 

Haupt Verlag240 Seiten, durchgehend farbige Abbildungen, Klappenbroschur, 23,5 x 26 cm, EUR 24,90

 

Leseprobe: 

Lesetipp: „Flache Lektüre für digitale Gehirne“

Über den Wandel des Lesens im digitalen Zeitalter schreibt Joachim Güntner in der NZZ. Sein Ausgangspunkt ist die Studie „Buchkäufer und Leser“ des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, die 2008 zum zweiten Mal erschienen ist (Zusammenfassung hier). Ausgerechnet im Milieu der konsumfreudigen „Hedonisten“ konstatiert die Langzeituntersuchung eine zunehmende Leseunlust – für den Buchhandel sind sie eine nahezu unerreichbare Zielgruppe. Bücher und Bildung sind längst keine Statussymbole einer Elite mehr, sie haben an Distinktionswert verloren. Güntner schiebt den Schwarzen Peter in Sachen Leseunlust jedoch nicht der Digitalisierung zu, da gerade das Internet zum Lesen zwinge – allerdings zu einem veränderten Lesen:
Das Netz, mag es auch mit der Orthographie auf Kriegsfuss stehen, ist kein Medium des Analphabetismus. Aber es verändert die Art, wie gelesen wird. Über einen Bildschirm mit Text wandert das Auge anders als über eine Buchseite. Je länger der Text, so will der Leseforscher Jakob Nielson herausgefunden haben, desto mehr beginnt der Blick zu springen. Zeilen werden nicht zu Ende gelesen, man sucht Schlüsselbegriffe, Kernaussagen, Merksätze und atomisiert gleichsam den Gesamtzusammenhang. Vertiefung, Einfühlung, Interpretation? Dafür, so meint auch die Bildungsforscherin Maryanne Wolf, die die Verflechtungen von Sprache, Lesen und Gehirnentwicklung untersucht, reiche die digitale Lektüre nicht.

Lesetipp: „Aufstieg eines Verlegers“

Auf FAZ.NET porträtiert Alexander Schimmelbusch heute den zweimaligen britischen „Verleger des Jahres“ Jamie Byng. 1994 übernahm Byng den damals insolventen schottischen Verlag Canongate, in dem er nicht allzu lange zuvor seine Verlagskarriere als Praktikant begonnen hatte. Zwei große Coups gelangen Byng mit dem Einkauf der Rechte an Yann Martels Roman „Schiffbruch mit Tiger“, der später den Booker Prize einheimste, und an den Publikationen eines gewissen Barack Obama. Byng setzt zudem auf neue Technologien und Kommunikationsformen wie iPhone und Twittern. Für Nick Caves Roman „Der Tod des Bunny Munro“ hat Canongate eine iPhone App entwickeln lassen, die außer dem Text eine Videolesung und einen eigenen Nick-Cave-Soundtrack enthält. Dem Canongate-Titel „Sum“ von David Eagleman hat Byng zufolge kürzlich ein Tweet des Schauspielers und Schriftstellers Stephen Fry von Rang 3629 auf Rang 2 auf der britischen Amazon-Bestsellerliste verholfen.

Lesetipp: „Schuften fürs Zauberbuch“

Wie ein Buch entsteht, genauer gesagt die deutsche Übersetzung von Walt Whitmans „Leaves of Grass“, darüber berichten in der heutigen taz Kirsten Küppers und Dirk Knipphals. Die Geschichte der Übersetzung beginnt mit der Idee des Hanser-Verlegers Michael Krüger, der sich entgegen seinen kaufmännischen Bedenken 2007 zur Publikation der ersten vollständigen deutschen Ausgabe der „Grasblätter“ entschloss. Von Januar 2008 bis April 2009 arbeitete Jürgen Brôcan an der Übersetzung der 860 Seiten starken Gedichtsammlung – unter Arbeits- und Lebensbedingungen, die wie eine Zumutung erscheinen, für Literaturübersetzer aber gang und gäbe sind:
Der Vertrag, den sie (Krüger und Brôcan) abschließen, sieht ein Gehalt vor, von dem der Verleger selbst sagt: „Leben kann man davon nicht.“ Brôcan kriegt zwar noch ein Stipendium des Landes Nordrhein-Westfalen: 4.000 Euro für vier Monate. Für ein Leben reicht das alles nicht.
Die Arbeit des Verlagslektors Kristian Wachinger kommt in dem Artikel eher am Rande vor. Trotzdem interessant zu lesen – schließlich decken sich die Arbeitsumstände von freien Lektoren und Übersetzern in vielen Punkten.

Kurioseste Buchtitel 2009

Der BuchMarkt veröffentlicht heute die Shortlistmit den kuriosesten Buchtiteln 2009:

– Das Leben ist keine Waldorfschule (Mischa-Sarim Vérollet, Carlsen)
– „Gestatten, Bestatter!“ Bei uns liegen Sie richtig (Peter Wilhelm, Knaur Taschenbücher)
– Entschuldigung, sind Sie die Wurst? (Felix Anschütz, Nico Degenkolb, Krischan Dietmaier, Thomas Neumann, Heyne)
– Als ich meine Mutter im Sexshop traf Robert (Neuendorf, mvgverlag)
– Weiße Wannen – technisch und juristisch immer wieder problematisch? (Hrsg.: Deutscher Beton- und Bautechnik-Verein E.V., Berlin; Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau, Stuttgart; Fraunhofer IRB Verlag)
– Schwester Helga – Du maximierst mein Glück: Der Arztroman zur Mikroökonomie (Thomas Hönscheid von der Lancken, Eichborn)

Initiiert hatte den Wettbewerb der Verlag Bloomsbury – in England ist eine entsprechende Wahl schon seit Langem Tradition. An der Abstimmung durften sich Leser und Buchhändler beteiligen, in der Jury saßen Eckart von Hirschhausen, Katja Kessler sowie Alexa Henning von Lange.