Kein Name

Ausrufezeichen keine Marke – JOOP! scheitert vor Gericht

Der Modehersteller JOOP! ist mit seinem Versuch, sich das Ausrufezeichen im eigenen Namen als Marke schützen zu lassen, vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg gescheitert. 2006 hatte die Modefirma ein Ausrufezeichen und das Ausrufezeichen in einem Rechteck beim europäischen Markenamt in Alicante anmelden wollen. Die Begründung der Firma: Das Zeichen sei nicht nur Bestandteil der Hauptmarke JOOP!, es stehe beim relevanten Publikum auch für sich genommen für edle Kleidung, Schmuck und modische Accessoires. Die EU-Behörde lehnte den Antrag damals ab und auch mit ihrer erneuten Klage hatte die Modefirma jetzt keinen Erfolg: Die Richter entschieden, dass das Ausrufezeichen "nicht unterscheidungsfähig" sei und dass ein Ausrufezeichen ohne besondere Schriftgestaltung "als bloße Anpreisung oder Blickfang wahrgenommen" werde. Und da das Ausrufezeichen glücklicherweise immer noch umsonst und ohne Genehmigung benutzt werden darf, beenden wir diesen Eintrag mit einem extragroßen 

Groß- und Kleinschreibung – auf eigene Gefahr

 

"Essen und Trinken auf eigene Gefahr" – da kann man schon mal ins Grübeln kommen. Wie war das noch mal mit der Groß- und Kleinschreibung? Essen und trinken sind Verben, müssen die nicht kleingeschrieben werden? Nicht, wenn es sich um substantivierte Verben handelt, was sich meistens leicht daran erkennen lässt, dass sie mit einem Artikel, einer Präposition oder einer näheren Bestimmung verbunden sind. Also zum Beispiel "das Lesen", "lautes Lachen" oder "zum Haareraufen". Nun stehen "Essen und Trinken" auf dem einladenden Biergartenschild jedoch ganz allein, ohne Artikel oder sonstige Begleitung. Also falsch oder richtig? Nach Duden sind hier sowohl Groß- als auch Kleinschreibung zulässig, da die Infinitive gleichermaßen als Verb oder Substantiv aufgefasst werden können. Ein entsprechender Fall ist beispielsweise: "Geben/geben ist seliger denn Nehmen/nehmen." Theoretisch ließen sich auf dem Schild auch Artikel ergänzen, also: "Das Essen und das Trinken …". Über den Biergarten können wir leider nichts berichten – es fing gerade an zu regnen …

Kurioseste Buchtitel 2009

Der BuchMarkt veröffentlicht heute die Shortlistmit den kuriosesten Buchtiteln 2009:

– Das Leben ist keine Waldorfschule (Mischa-Sarim Vérollet, Carlsen)
– „Gestatten, Bestatter!“ Bei uns liegen Sie richtig (Peter Wilhelm, Knaur Taschenbücher)
– Entschuldigung, sind Sie die Wurst? (Felix Anschütz, Nico Degenkolb, Krischan Dietmaier, Thomas Neumann, Heyne)
– Als ich meine Mutter im Sexshop traf Robert (Neuendorf, mvgverlag)
– Weiße Wannen – technisch und juristisch immer wieder problematisch? (Hrsg.: Deutscher Beton- und Bautechnik-Verein E.V., Berlin; Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau, Stuttgart; Fraunhofer IRB Verlag)
– Schwester Helga – Du maximierst mein Glück: Der Arztroman zur Mikroökonomie (Thomas Hönscheid von der Lancken, Eichborn)

Initiiert hatte den Wettbewerb der Verlag Bloomsbury – in England ist eine entsprechende Wahl schon seit Langem Tradition. An der Abstimmung durften sich Leser und Buchhändler beteiligen, in der Jury saßen Eckart von Hirschhausen, Katja Kessler sowie Alexa Henning von Lange.

PONS Deutsch-Charts: 100 Punkte!

Wir haben  unser Blog "ponsen", also dem Rechtschreibcheck des PONS-Blogs Fehlermeldungen unterziehen lassen. Voller Stolz können wir verkünden, dass wir gleich beim ersten Mal 100 Punkte (volle Punktzahl!) erhalten haben und auf Platz 24 der Deutsch-Charts gelandet sind. Ein hübsches Fleißbildchen haben wir auch bekommen:

 

Herausgefischt

Dorade Alte Berufskrankheit: Auf Schritt und Tritt begegnen einem Rechtschreibfehler, auch wenn man sie gar nicht finden will … Aber statt besserwisserisch herumzunörgeln, möchten wir lieber behilflich sein, etwa mit der korrekten Schreibweise einiger schwieriger Fischnamen – die wir hier auch auflisten wollen, weil sie uns so gut gefallen. Da wären zum Beispiel: die Dorade der Felchen (auch Renke oder Maräne ) der Ostseeschnäpel die Zährte (auch Rußnase oder Blaunase) der Zobel (auch Pleinze oder Steinbrachse) Und dann gibt's da noch einen Fisch, der uns häufiger über den Weg schwimmt als die oben aufgelisteten: der Zwiebelfisch. Das ist ein einzelner Buchstabe in einem Text, der einer anderen Schriftart oder einem anderen Schriftschnitt entstammt, also zum Beispiel ein recte gesetztes a innerhalb eines kursiv gesetzten Textes.

Deutscher Sprachpreis 2009 an Konrad Adam

Heute wird in Weimar der Deutsche Sprachpreis an den Journalisten Konrad Adam verliehen. Adam werde für
den meisterhaften Gebrauch der deutschen Sprache und die stilistische Souveränität, die seine Texte auszeichnen
gewürdigt, begründet die Henning-Kaufmann-Stiftung ihre Entscheidung. Nach Stationen bei der Deutschen Presse Agentur und beim Feuilleton der FAZ war Adam sieben Jahre lang politischer Chefkorrespondent bei der Tageszeitung Die Welt. Der Deutsche Sprachpreis ist mit 5000 Euro dotiert.

Wahlprogramme: Design-Check

Unter gestalterischen Gesichtspunkten hat Gerit van Aaken die Wahlprogramme der Parteien analysiert. Besonders gute Noten verteilt er dabei nicht: CDU/CSU: 4 SPD: 3 Bündnis 90/Die Grünen: 2 FDP: 4+ Die Linke: 3 Sein Fazit:
Insgesamt ist es schade, dass im inhaltlichen Herzstück des Wahlkampfes so wenig Potenzial erkannt wird!

Wahlwerbung: Jetzt aber mal 'n Punkt!

CDU_bearb.SPDFDP Es ist Wahlkampf und die Parteien sammeln fleißig Punkte. Zumindest wimmelt es auf den Wahlplakaten von lauter Schlusspunkten: Ob auf denen von CDU, SPD oder FDP – hinter jedem Wahlslogan, auch wenn es sich nur um einen Halbsatz handelt, steht ein Punkt. Dabei gehören die Punkte hier eigentlich gar nicht hin, denn es handelt sich hierbei um frei stehende Zeilen, nach denen laut Duden kein Punkt gesetzt wird:
Der Punkt steht nicht nach Sätzen, Satzstücken und einzelnen Wörtern, die im Druck- oder Schriftbild in besonderen Zeilen deutlich herausgehoben werden und inhaltlich selbstständig sind. (…) Im Einzelnen fehlt der Schlusspunkt bei (…) Überschriften, Schlagzeilen, Buch- und Zeitungstiteln, Bildunterschriften.
Werbetexter setzen jedoch gerne Punkte nach Überschriften und Slogans – vermutlich, um der Aussage mehr Nachdruck zu verleihen. Manche Parteien heben ihre Slogans konsequenterweise gleich durch ein markiges Ausrufezeichen hervor, sozusagen als Steigerung des Punktes. Schließlich sind das die Parteien, bei denen schon hinter dem eigenen Namen ein Punkt steht … PDS

PONS vergibt Fleißbildchen

Das PONS-Blog Fehlermeldungen hat den Rotstift an die deutsche Blogosphäre gelegt und ein Rechtschreib-Ranking aufgestellt: die Deutsch-Charts.

Wer unter den TOP 50 vertreten ist, darf sich zu den größten Richtigschreibern der deutschen Bloggerszene zählen und sich ein Fleißbildchen abholen. Die Auswertung erfolgt auf Basis einer zufällig ausgewählten Stichprobe von je 1.000 Zeichen.

Wer möchte, kann sein Blog freiwillig unter die Lupe nehmen und auf korrekte Rechtschreibung überprüfen lassen. Das haben wir natürlich gleich getan und uns für die Deutsch-Charts angemeldet!

Lesetipp: "Die Schlacht ums Urheberrecht"

Am 8. September 2009 endet die Einspruchsfrist für Autoren gegen das Google-Settlement. Die taz berichtet über die Hintergründe des Google-Vorhabens, 15 Millionen Bücher einzuscannen und online zu stellen, und den sich daran anschließenden Rechtsstreit zwischen Verlagen/Autoren und dem Google-Konzern. Der heikle Punkt an der Geschichte: Google hat die Rechteinhaber nicht um Erlaubnis gefragt. US-Autoren und -Verlage klagten daraufhin gegen Google. Das sogenannte Google-Settlement sieht einen Vergleich vor, bei dem Google pro eingescanntem Buch 41 Euro Entschädigung zahlen soll und in Zukunft die Erlaubnis für das Einscannen lieferbarer Titel einholen müsste. Problematisch bleibt jedoch der Umgang mit vergriffenen Werken: Hier müssten die Rechteinhaber selbst aktiv werden und widersprechen. Der Börsenverein des deutschen Buchhandels und die Bundesregierung haben bereits Einspruch gegen den geplanten Vergleich eingelegt. Im Namen von Autoren und Verlagen führt die VG Wort die Verhandlungen mit Google. Unumstritten ist das Vorgehen gegen das Settlement jedoch nicht: Vor allem wissenschaftliche Fachautoren, die nicht vorrangig vom Schreiben leben, aber auf Öffentlichkeit angewiesen sind, befürchten, dass bei einem Nichtzustandekommen des Vergleichs der freie Zugang zum Wissen verbaut werden könne. Das Aktionsbündnis "Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft" empfiehlt daher Wissenschaftlern, sich nicht durch die VG Wort vertreten zu lassen. Noch mehr zur Geschichte des Urheberrechts steht in der taz heute hier.

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