Kein Name

Ikea – Krieg der Schriften

Vor ein paar Tagen steckte wieder bundesweit der neue Ikea-Katalog im Briefkasten. BILLY,  IVAR und MALM sind alte Bekannte, ein Neuzugang heißt: VERDANA. Die angeblich besser lesbare Schrift hat die hauseigene Version der Futura abgelöst – Online- und Printkatalog wurden im Schriftbild angeglichen. Wie sueddeutsche.de berichtet, hat der Schriftwechsel unter Typografen einen Sturm der Empörung ausgelöst. Im Internet kursieren bereits Boykottaufrufe und eine Petition gegen Ikea. Schließlich ist die 1927 entworfene Futura durch das Bauhaus inspiriert, während die Verdana als gut lesbare Bildschirmschrift für Microsoft entwickelt wurde. Die Bildschirmtauglichkeit hat sich also gegen die Ästhetik durchgesetzt – Gerhard Matzig sieht aber darin noch nicht den Untergang des schriftlichen Abendlandes:
Die Entscheidung gegen die Futura ist schlicht dem Online-Zeitgeist geschuldet. Man muss das auf Papier nicht bejubeln. Aber soll man es fürchten? … Lesbarkeit ist kein Tabubruch. Übrigens: Es geht um einen Katalog.

BerlinBlock – das neue Kulturmagazin ist da!

1_cover_berlinblock Seit dem 31.8. kann man es druckfrisch in den Händen halten, das neue, monatlich erscheinende Berliner Kulturmagazin. Auf den ersten Blick gefallen schon das großzügige Layout und die opulenten Fotostrecken. Unterteilt ist der BerlinBlock in einen Themen-, einen Freizeit-, einen Kultur- und einen Terminblock. Im Themenblock dreht sich in dieser ersten Ausgabe passenderweise alles um das Thema Anfang: Unter anderem gibt's ein Porträt des neu gegründeten Berliner Verlages Galiani und ein Zwiegespräch zwischen Ahne und Gott über die Erschaffung der Welt. Statt Veranstaltungstipps in Kleinstschrift finden sich im Terminblock ausgewählte Hinweise auf kulturelle Events. Wer mehr wissen will, kann auf der Website des BerlinBlocks fündig werden: Mit der "Blockmaschine" lassen sich zielgerichtet Veranstaltungen ausfindig machen. Das Magazin umfasst 132 Seiten, erscheint monatlich und kostet am Kiosk 4,80 €.

Lesetipp: "Die gefühlte Lesbarkeit"

Was macht eine Schrift "gut lesbar"? Auf dem Papier sind es die Serifen, während sich auf dem Monitor serifenlose Schrift besser macht, so die gängige Lehrmeinung. Martin Liebig leitete Ende 2008/Anfang 2009 an der Fachhochschule Gelsenkirchen ein Online-Experiment mit über 3000 Teilnehmern, in dem 12 Schriften auf ihre Lesbarkeit getestet wurden. Dabei zeigte sich,
dass Vorhandensein oder die Abwesenheit von Serifen für die objektive Lesegeschwindigkeit keine Rolle spielt. Mehr noch: Aus Lesbarkeits-Sicht unterscheiden sich zumindest die 12 getesteten Schriftarten so gut wie gar nicht.
Mehr dazu hier. (Via Federwerk)

BerlinBlock – neues Berliner Kulturmagazin

berlinblock_logo Der Countdown läuft – ab dem 31.8. gibt's an den Kiosken das neue Berliner Kulturmagazin BerlinBlock. Es verspricht intelligenten Lesestoff, eine ungewöhnliche Bildsprache, erstklassiges Layout und beste Druckqualität. Wir sind gespannt!

Szenesprachenwiki: Retter der deutschen Sprache?

Der Dudenverlag hat gemeinsam mit dem Trendbüro ein Szensprachenwiki ins Leben gerufen. Von "Achselhamster" über "Bionade-Biedermeier" bis zu "Volksverbohlung" finden sich hier Erläuterungen zu neudeutschen Wortschöpfungen aus diversen Lebensbereichen. Die Sammlung kann durch Nutzer ergänzt und kommentiert werden. Für seine Gestaltung wurde das Szenesprachenwiki  jetzt mit dem "red dot" für Communication Design in der Kategorie "Online Education and Knowledge" ausgezeichnet. Ob dies die Rettung der deutschen Sprache ist, deren Untergang erst kürzlich in der Süddeutschen Zeitung ausgemalt wurde? Auf alle Fälle ein interessantes, innovatives Verlagsprojekt, das Elemente des Social Web (z. B. Twitter, Facebook Connect) einsetzt. (Via Leander Wattig)

Lesetipp: "Wir haben fertig"

In der Süddeutschen Zeitung schreibt Thomas Steinfeld über Untergangsszenarien, nach denen das Ende der deutschen (Kultur-) Sprache naht. Steinfelds Hauptquelle ist der Aufsatz "Über das Ende der Sprache" des Berliner Romanisten und Sprachwissenschaftlers Jürgen Trabant (erschienen in: "Der Mensch ist nur Mensch durch Sprache", hrsg. von Markus Messling und Ute Tintemann, München 2009). Trabant befürchtet zwar kein komplettes Verschwinden des Deutschen, doch werde es
"nicht nur durch die demographische Entwicklung hinsichtlich seiner Sprecherzahl drastisch reduziert, sondern die kulturelle Mutlosigkeit seiner Sprecher, die verschwundene Liebe zu dieser Sprache und die Schulpolitik der deutschsprachigen Länder"
läuteten das Ende der "Kultur-Sprache Deutsch" ein.

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